Historie

Rüdigershagen war anfangs ein Burgsitz mit zwei Schlössern, die dicht an der ehemaligen Handelsstraße Duderstadt-Mühlhausen lagen. Der Ort – wie auch sein Name – sind eng mit dem adligen Geschlecht derer von Hagen verbunden. In alter Zeit variieren Orts- und Familiennamen von Hain, Hayn bis zum lateinischen Indagine. Die möglicherweise erste Erwähnung des Ortes findet sich in einer Urkunde vom 31.12.1273. Hierin bezeugt Herzog Albrecht von Braunschweig, daß Burchard von Bodungen, „castellanus noster Indagine“ – unser Burgmann in Hagen – einen Verkauf getätigt hat. Urkundlich werden Unterwall und Oberwall genannt. Um 1300 besaßen die zwei Brüder, Theodor und Heinrich von Hagen die Burgen. Beide Burgsitze wurden 1315 durch Mühlhausener Bürger zerstört. Offenbar wurde nur der Unterwall später wieder aufgebaut. Im Jahre 1370 übernahmen dann die Brüder Heinrich und Rüdiger von Hagen den Burgsitz. Rüdiger hatte die meisten Anrechte und gab dem Dorf seinen heutigen Namen. 1376 ging Rüdigershagen durch einen Verkauf (mit 9 Hufen Landes und 9 Dienstleuten)an Hartwig von Knorr, von denen es Christoph vom Hagen zu Deuna löste den Unterwall 1544 wieder für seinen Sohn Hans einlöste An Stelle der unteren Burg (Unterwall) wird 1590 das neue Rittergut durch Hans vom Hagen errichtet..

Das Handelswesen und Wandergewerbe, das die Rüdigershagener schon früh in ganz Deutschland bekannt machte, ist durch die Juden entstanden, die u.a. als Hausierer Schwämme, Felle und Webwaren verkauften. Später entwickelte sich daraus der Schweinehandel, dem der Ort einen großen wirtschaftlichen Aufschwung zu verdanken hatte und die meisten Viehhändler (Fickeltreiber) zu wohlhabenden und angesehenen Leuten machte.

Das Wappen (einst Siegelbild der Hagen’schen Ritter) zeigt auf silbernem Grund einen grünen Berg mit einer belaubten Buche. Deren Stamm trägt einen silbernen Wappenschild mit den schwarzen Wolfsangeln aus dem alten Hagenschen Wappen. In den Berg ist ein rechtsspringendes Ferkel eingelegt. Die Buche weist auf die Buchenbestände in der unmittelbaren Umgebung des Dorfes hin.

„Ausführliche geographisch-statistisch-topographische Beschreibung des Regierungsbezirkes Erfurt“ von Carl August Noback , Erfurt 1840, p. 207 Rüdigershagen

Die Grundherrschaft hat der Graf vom Hagen und über 11 Häuser der Fürst von Schwarzburg-Sondershausen, hat 1 ev. Pfarrkirche (v. Hagen’schen Patronat’s), 1 Schule mit 1 Lehrer (81 Knaben, 66 Mädchen), 755 ev., 4 kath. Einwohner und 75 Juden, 158 Wohnhäuser und 167 Ställe und Scheunen, 4 Gemeindehäuser, 2 Mühlen, die eine mit 1 Mahlgange im Dorfe, die andere , die Neu-Mühle mit 1 Mahlgange (1H., 5 E.) 1/4 St gen N., im Dorfe sind 2 Schankwirthe, 2 Krüge, 7 Victualienhändler, 1 Bäcker, 2 Fleischer, 2 Schumacher, 3 Schneider, 3 Tischler, 1 Drechsler, 2 Grobschmiede, 2 Hausschlächter, 1 Barbier, 60 Fellhändler, 2 Baumwollen-, 6 Leinwebe.-Stühle, 7 Knechte, 9 Mägde, 1 Rittergut.
Die Flur hält 2464 3/16 Morgen (1717 9/16 Arthl., 18 Gartenl., 32 9/16 Wiesen, 75 Weiden, 550 Waldung (53 Gemeinde-, 497 Privatwaldung), 71 1/16 Wüstland).
Rüdigershagen liegt auf dem Düngebirge an der Grenze der Muschelkalk- und bunten Sandsteinformation. Die Ackerkrume ist ¼ sandiger Lehm, ¼ schwarzer, mit Hasselerde gemischter Boden, 1/4 Kleiboden von schlechter Beschaffenheit, Dreifelderwirtschaft mit besömmerter Brache. Ertrag ziemlich ansehnlich, Wiesen wenig erträglich. Auf dem adelichen Guthe werden 130 Rindvieh u. 450-500 Schafe geweidet. Etwas Gartengewächs und zieml. Obstbau, der jedoch wegen der hohen nördlichen Lage nicht gedeiht, da das Obst nicht die gehörige Reife erlangt, sondern säuerlich bleibt.Von der Holzung (Mittewald) besitzt die gemeinde, die Pfarrei und der Fürst von Schwarzburg-Sondershausen den kleinen Teil; den größten Theil, gegen 400 Morgen,der Graf von Hagen.

Viehstand : 34 Pferde, 140 Rindvieh, 460 halbveredelte Schafe, 42 Ziegen, 20 Schweine, ziemliche Gänsezucht.

[handschriftlicher Auszug von Herrn Edgar Rademacher/Hüppstedt vom April 1987]


Das Eichsfeld

Das Eichsfeld- ein reizvoller und malerischer Landstrich im Nordwesten des Landes Thüringen. Zwischen dem Harz, dem Hessischen Bergland und dem Thüringer Wald erstreckt sich ein von Tälern durchfurchtes Hügelland. Neben Leine und Unstrut, deren Quellen sich hier befinden, schlängeln sich die Flüsse Werra, Wipper und Hahle durch die bergige Landschaft. Das flachere Untereichsfeld ist dem bergigen Obereichsfeld vorgelagert, dessen Gebirgszüge Höhen über 500m erreichen.

Der Name „Eichsfeld“ ist der Name einer Landschaft. Im Jahre 897 erstmals als „pago Eichsfelden“ erwähnt, taucht  950 die Bezeichnung „in pago Aikesfelt“ und 1022 „in pago vero Eichesuelt“ auf. Weitere unterschiedliche Schreibweisen sind später feststellbar, z.B. 1303 Eichsfeldia oder 1436 Eyßfelde. Die heimatgeschichtliche Forschung sah im Namen „Eichsfeld“ ein „Eichenfeld“ oder“ das Feld eines Aiko oder Eiko“. Mehrere Forscher versuchten sich an einer eindeutigen Klärung. Die bevorzugte Deutung ist eine Ableitung von einem „Eichenfeld“, zumal die Eiche in der Flurnamensgebung des Eichsfeldes sehr häufig vorkommt. Weniger durchgesetzt hat sich die Ableitung von einem Eigennamen oder die von einer Ortschaft („Eichisa“ – Unstrutbereich). Immer wieder neu belebt werden Deutungsversuche von „Eysfeld“ oder „Eyßfeld“ als Hinweis auf ein Gebiet mit rauhem, eisigen Klima. Dabei werden jedoch nicht klimatische Bezüge, sondern lediglich Lautverschiebungen ursächlich sein. (aus „ch“ wurde „s“ oder teilweise „ss“ – z.B. Ochse mundartlich „Osse“)

„… ut quasdom res de beneficio ipsius Chunradi in pago Eichesfelden … ob hoc acciperet“.

Diese Worte gehören zu einer Erklärung, mit der Kaiser Arnolf zu Regensburg am 28. Januar 897 einen Tausch der im Eichsfeldgau gelegenen Lehngüter des fränkischen Grafen Kunrad mit denen des Abtes Huki von Fulda in Engern und Hessen bestätigte. Der Text ist Teil der ersten dokumentierten Erwähnung. Der Eichsfeldgau ist vermutlich schon im 7.Jahrhundert entstanden. Dies geschah, als Bonifatius nach Thüringen kam, der Legende nach ebenfalls auf den Hülfensberg, um heidnische Stämme zu remissionieren. Einige Geschichtsforscher, meinen der Name Eichsfeld rühre von der ausgedehnten Eichenwäldern her, die in der Ursprungsregion um Dingelstädt vorhanden waren. Andere glaubten, eine mythische Person (Aiko) oder ein Fluß (Eicsia) sei namensgebend gewesen.

Wappenbeschreibung (genauer Wortlaut der amtlichen Beschreibung):
Im Wappen des Landkreises Eichsfeld erkennen wir den roten, goldbewehrten Adler auf silbernem Grund, auf der Brust das sechsspeichige Rad. Das sechsspeichige silberne Rad auf rotem Grund erinnert an die Jahrhunderte lange politische und kirchliche Zugehörigkeit zum Erzstift Mainz. Der rote Adler sagt uns, dass das Eichsfeld 1801/03 preußisch wurde und dass sein Wappen von 1817 bis 1873 im preußischen Wappen vertreten war.


Zeittafel des Eichsfeld und Rüdigershagen

[Eichsfeld: Grundlage Prof. Schneiderwirth]

ca. 3000 v.Chr.
Erste nachweisbare