Auswanderung

Vom Fickeldorf nach Amerika

Das 19. Jahrhundert kann aus amerikanischer Sicht in 3 große Perioden der Emigration geteilt werden. Jede „Welle“ ist geprägt von Einwanderungen aus verschiedenen Regionen Europas. 

1820-1860  Großbritanien, Irland und (West) Deutschland
1860-1890  Großbritanien, Irland, Skandinavien, Deutschland
1890-1910  Österreich, Ungarn, Italien, Rußland

Auswanderer in „typischer Kleidung“ beim Erreichen New Yorks. Eine Illustration aus dem „Hausschatz“ von 1887

In dieser Zeit verließen ca 46 Millionen Menschen Europa, um in den USA ein neues und besseres Leben zu beginnen.Von den Auswanderern waren schätzungsweise 6 Millionen Deutsche. Eine große Welle aus Deutschland kam in den 1830er Jahren. Zwischen 1840 und 1850 rechnet man mit 4 Millionen deutschen Emigranten.

Mitte des 19. Jh. bestand Thüringen aus einem Großherzugtum, drei Herzogtümern, vier Fürstentümern, einem preußischen und einem kurhessischen Anteil. Es war daher ziemlich schwierig, Auswanderungen flächendeckend zu organisieren. Auswanderer brauchten sowohl eine Erlaubnis vom Landesherren, als auch eine Reisegenehmigung der örtlichen Behörde. Anlaufstelle für die Übersiedlung nach Amerika war für die meisten Thüringer die Stadt Bremen. Über die Flüsse Werra, Fulda und Weser konnte man Bremen innerhalb kürzester Zeit erreichen. Die Überfahrt von Bremen dauerte etwa 14 Tage.

Die Ursachen, warum die Menschen auswanderten waren vielfältig. Die Eichsfelder Landwirtschaft war nicht imstande, die Menschen zu ernähren. Erst mit der Einführung und Verbreitung der Hausindustrie und Handweberei ging es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts aufwärts. Mit dem Niedergang der Textilindustrie ab 1790 blieb den Tausenden nur noch der Kampf um die eigene Existenz.Viele wanderten teils für mehrere Monate im Jahr hinaus in die Umgebung, auf die Rübenfelder der Magdeburger und Braunschweiger Gegend, zu Ziegelein und Zuckerfabriken oder zum mühsamen Hausieren mit Reff und Karren.

Ein großer Teil der Eichsfelder aber wanderte nach Amerika aus. Von 1830 bis 1891 waren es fast 1100 Personen (zum Vergleich: 1852 lebten 122590 Menschen im Eichsfeld !). Auswanderungen nach Nordamerika sind belegt aus Rüdigershagen, Treffurt, Wachstedt, Silberhausen, Beberstedt, Helmsdorf, Küllstedt, Büttstedt, Bieckenriede, Effelder, Struth, Faulungen, Diedorf, Wendehausen und Heyerode. [1]

Auch in den Rüdigershagener Kirchenbüchern  findet man Hinweise auf Emmigrationen.

Jahreswechsel 1923/1924 – Bremen nach New York – Otto Cotte * 3 April 1906, Fleischer und Karl Cotte * 04 Okt 1901, Schneider

Februar 1923 Oscar Hermann Cotte * 03 Apr 1902, Schmied – Schiffsliste SS Peter Harding – Abfahrt 14 Feb 1923 Bremen, Ankunft New York 25 Feb 1923 – kam alleine (single passenger), Eltern: Hermann Cotte und Ida aus Bleicherode/Hohenstein

20. Juli 1923 Walter Cotte * 1905 Rüdigershagen

1918 Carl Albert Cotte * 14 Dezember 1882 Rüdigershagen

15. April 1845 Henriette Friederika Göhring *11.11.1820 [Kb Geborene /1820]

19. Juni 1847 Dorothea Elisabeth Göhring geb. Rupprecht mit 3 Kindern Carl, Henriette, Catharina

24. Juli 1846 Familie Johann Bernhard Rupprecht *13.01.1812 [Kb Geborene 3/1812] °°16.02.1840 [Kb Copulierte 4/1840] + 08.04.1850 Jarettsville, ML und Maria Christina geb. Lauterbach *10. Dez 1811 + 14 Jul 1879 mit 2 Kindern : Carl Andreas Rupprecht *16.05.1842 [Kb Geborene 12/1842] Caroline Maria Catharine Rupprecht *13.11.1844 [Kb Geborene 4/1844]

Während der Name COTTE heute immer noch in seiner ursprünglichen Form besteht, hat sich Göhring zu GEHRING und Rupprecht zu RUBRIGHT verändert.

Quellen

[1] Thüringen-Blätter zur Landeskunde, Erfurt 1994, „Peaks of immigration“ J. Lee and R. Siemborski, Eichsfeld, Auswanderung nach Amerika 1816-1891, Verlag Rockstuhl]