[Kirchenchronik, „Stein und Name“, Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland, 1991]

Die einzige jüdische Gemeinde des Kreises Worbis bestand in Rüdigershagen. Sie wohnten anfänglich auf der Schäferei (Karlstraße).
1843 zählte die Gemeinde 69 Mitglieder. Zwei Familien lebten vom „stehenden Kramhandel“, sechs Familien waren „Handelsleute im Umherziehen“ und drei Familien ernährten sich von Bettelei. In einem Bericht des Superintendenten von Mühlhausen vom 04.01.1847 heißt es , daß „5 jüdische Jungen und 5 jüdische Mädchen, die christliche Schule besuchen…“ und daß sich in Rüdigershagen ein gottesdienstliches Versammlungshaus der Juden befindet. Das ehemalige Synagogengebäude befindet sich schon um 1850 in „sehr dürftigem Zustand“.  1852 lebten noch 41 jüdische Bürger hier, es ist aber anzunehmen, daß die Juden um 1860 den Kreis Worbis verlassen haben.

Anno 1814 den 1 Juni ist der Israelit Salomon Heibrun als Wittwer mit Jungfrau Rebecca Mosos gebürtig aus Bleicherode copuliert worden

Der jüdische Friedhof liegt am Nordhang des Ortes, zu erreichen von der Straße nach Hüpstedt, mitten im Wald. Eine Art Graben mit Kalksteinbruchstücken bildet eine Grenze, an der sich der Friedhof nach oben in Terassen gegliedert befindet. Er war nicht eingezäunt. Die letzte Beerdigung fand 1908 statt. 1925 bis 1930 existierten noch drei gepflegte Gräber. Anfang November 1989 wurden acht Grabsteine bzw. Bruchstücke davon gefunden, die sich bereits unter einer Humusschicht befanden.

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