Mitglieder der Familie Peter waren seit 1470 auf dem Eichsfeld ansässig- und zwar bis 1917 in Rüdigershagen.
Um 1900, seit mehr als 200 Jahren, hatten sie dort seit Generationen hindurch, das Rittergut gepachtet und bewohnt.
Gustav Peter bekleidete bis 1917 daselbst die längjährige Position des Guts- und Amtsvorstehers. Die Größe der bewirtschafteten Fläche betrug 214 ha.

Pächter Rittergut Rüdigershagen bis 1917:

  1. Ernst Friedrich Peter – Ehefrau: Philippine, geb. Kroneberg
  2. Ernst Wilhelm Peter – Ehefrau: Luise, geb. Koch
  3. Johann Adelbert Peter – Ehefrau: Julie, geb. von Meyeren
  4. Gustav Adolf Wilhelm Peter – Ehefrau: Hedwig, geb. Schwarznecker

Ein Blickfang des Anwesens war das um 1590 aus Fachwerk erbaute Herrenhaus und seinem, mit Schnitzereien verzierten Erker.
Als Jugendlicher nutzte ich die Gelegenheit, das Innere des Hauses zu besichtigen. Besonders beeindruckend war ein schöner, mit Ornamenten verzierter Kamin, der damals noch unversehrt in einem der Räume stand. Leider gaben die zuständigen Behörden seinerzeit, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude dem Verfall preis – nur ein Jahr später erfolgte der Abriss. Nach der Wiedervereinigung fasste die Gemeinde den Entschluss, die restlichen historischen Gebäude zu erhalten. Der Hinterhof und Teile der Stallungen, in denen sich heute die örtliche Feuerwehr befindet, wurden liebevoll restauriert und lassen den Betrachter, noch etwas von der Schönheit des ehemaligen Rittergutes erahnen.

Rückblick

1839

In diesem Jahr berief man den Theologen Clemens Friedrich Bernhard nach Rüdigershagen, um dort das Amt des Gemeindepfarrers zu bekleiden. Während seiner Tätigkeit im Ort und bis zu seinem Rückruf nach Niedergebra im Jahr 1859 verfasste er mehrere Chroniken, die vergangene Begebenheiten und auch das Zeitgeschehen im Ort festhielten.

Textauszüge der Chronika von Rüdigershagen

“…mitten im Dorf eine Mühle gelegen, von deren Nachbarn Hans Peter im Jahre 1572 die Rede ist. “

“Der Pächter des Rittergutes auf dem Vorderhofe) war damals Johann Ernst Christoph Peter, auf dem Hinterhofe wohnte die Besitzerin Majorin vom Hagen.” (1815*)

“Anno 1832 hatte der Pächter Ernst Peter mit 600rt. Kosten auf dem adligen Gute eine Wassermühle angelegt”

Im Anhang dieser Schrift fügte Pfarrer Bernhard vor seiner Abreise aus Rüdigershagen eine Einschätzung der Gemeinde hinzu, in der unter anderen auch Personen benannt wurden.

“Unter allen Gemeindemitgliedern ist mir sehr ehrenwert der Pächter Ernst Peter mit seiner Frau Luise, geb. Koch, beide voll Liebe für ihre Kirche, voll christlicher Milde und Barmherzigkeit, fleißig, thätig anständig, gastfrei und ohne Falsch, so dass ich mit meiner Frau in der Familie viel frohe Stunden der Liebe, Freundschaft und Herzlichkeit genoß.”

Familie Gustav Peter – Rüdigershagen, 1911

1917

In diesem Jahr zog ein Zweig der Familie Peter nach Tastungen. G. Peter übernahm als alteingesessener erfahrener Landwirt das dortige Rittergut als Pächter.
Eine familiäre Bindung zu diesem Ort bestand bereits seit dem 18.Jahrhundert, denn Julie von Meyeren, die spätere Gemahlin Adelbert Peters, wohnte hier mit ihren Eltern. Ihr Vater, Dr. med. Friedrich von Meyeren war ein Arzt, der seinerzeit mit seiner Frau Caroline, geb. Breunig, in Tastungen lebte.
Gustav Peter und sein Sohn Albert bewirtschafteten das Tastunger Gut bis 1945 als Pächter.
Am 07. Oktober 1945 erfolgte dort die widerrechtliche Enteignung des Privatbesitzes der Familie Peter.

Text: Holger Peter

Schreibe einen Kommentar